Den Vertrag mit Leben füllen

Kirchenpartnerschaft zwischen Schweinfurt und Seinäjoki / Finnland

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Die unterschriebene Partnerschaftsvereinbarung vom 2. Okt. 2016: eine Unterschrift aus Seinäjoki, drei aus Schweinfurt

Schweinfurt, Okt. 2016.. Seit 37 Jahren besteht zwischen Schweinfurt und Seinäjoki in Finnland eine Städtepartnerschaft. Seit Anfang Oktober 2016 gibt es auch eine Partnerschaft zwischen Schweinfurter Kirchen und der Kirchengemeinde von Seinäjoki.

Bereits Franz Lauerbach legte dazu das Fundament. Der 2015 verstorbene vormalige CSU-Stadtrat, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Schweinfurt und Kirchenvorstandsmitglied von St. Johannis hatte immer wieder durch Reisen dorthin, zuletzt 2008 mit der St. Johannis-Kantorei (s. Bericht: https://www.schweinfurt-evangelisch.de/inhalt/besuch-der-finnischen-part...), gerade die geistliche Verbundenheit beider Städte gefördert. 2011 fand unter Leitung von Dekan Oliver Bruckmann in Seinäjoki und Helsinki der Dekanats-Pfarrkonvent statt.

Nachdem im November letzten Jahres eine vierköpfige Delegation finnischer Kirchenvertreter das Dekanat Schweinfurt besucht und erste Schritte zu einer offiziellen vertraglichen Kooperation initiiert hatte (s. Bericht: https://www.schweinfurt-evangelisch.de/inhalt/stippvisite-schweinfurt), erfolgte nun vom 30. September bis zum 3. Oktober der Gegenbesuch in Seinäjoki. Der Dekan (St. Johannis) wurde von seiner Frau, Pfarrerin Gisela Bruckmann (St. Salvator), von Pfarrer Dr. Wolfgang Weich (SW-Christuskirche) mit Frau und dessen Vikarin Johanna Thein sowie von zwei weiteren Kirchenvorstehern begleitet.

Am Ende ihres kurzen, aber intensiven Besuchs- und Begegnungsprogramms in der Kommune und in der Gesamtkirchengemeinde der Stadt wie in den ihr zugehörenden drei Kirchengemeinden im weitläufigen, dünn besiedelten Umland Seinäjokis stand die Unterzeichnung einer zunächst für fünf Jahre geltenden Vereinbarung. Unterschrieben hat auf finnischer Seite Jukka Salo, der Erste Pfarrer (Kirkkoherra) aller evangelischen Seinäjoki-Gemeinden, und seitens der evangelisch-lutherischen Stadtgemeinden Schweinfurts der Dekan, Pfrin. Bruckmann und Pfr. Dr. Weich.

Zu den Partnerschaftsaktivitäten sollen gegenseitige Gruppenbesuche zwischen den Kirchen und Kooperationsprojekte gehören, vor allem aber „Bewusstseinsförderung der Gemeindeglieder hinsichtlich der Geschichte und Kultur der Kirchengemeinden“. Für Dekan Bruckmann geht es um ein besseres Einander-Wahrnehmen, wie denn hier und dort „Gemeinde funktioniert“. Konkret denkt er an ein gemeinsames Konfirmanden-Camp in Finnland, an Jugend-Begegnungen und an eine Chor-Konzertreise der „Jungen Stimmen Schweinfurt“. Auch ließen sich virtuell Gottesdienste feiern und dadurch die innere Verbundenheit trotz äußerer Distanz unterstreichen. „Jedenfalls muss sich der Vertrag nun mit Leben füllen“, so der Dekan.

Schon für das kommende Luther-Jahr, wo auch das Jubiläum „475 Jahre Reformation in Schweinfurt“ begangen wird, ist der Besuch einer Gemeindegruppe aus Seinäjoki im Rahmen der St. Johannis-Kirchweih geplant. All dies dient laut Partnerschaftsvertrag „der Realisierung der Einheit der Christen“. Immerhin wieder ein kleiner Schritt auf dem sicher noch weiten Weg dorthin.

(Text: S. Bergler; Fotos: Dekanat SW)