Pfarrerin Christhild Grafe wurde in ihre neue Pfarrstelle in Gochsheim eingeführt

Gochsheim. Eine alte Bekannte kommt zurück: Pfarrerin Christhild Grafe hat bereits von 1994 bis 2017 im Dekanat Schweinfurt gewirkt. Anschließend führte ihr Weg nach Bogotá in Kolumbien, wo sie neun Jahre lang als Pfarrerin der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde San Mateo tätig war. Nun ist sie zurück im Dekanat Schweinfurt und übernimmt die Pfarrstelle „Mainbogen 3“ mit Sitz in Gochsheim. In einem feierlichen Gottesdienst wurde sie in ihr neues Amt eingeführt und gesegnet.Â
Dekan Oliver Bruckmann wies in seiner Einführungsansprache darauf hin, dass sich auch in Schweinfurt in diesen neun Jahren vieles geändert hat: Durch Kirchenaustritte und den demographischen Wandel gebe es weniger Gemeindeglieder und damit auch weniger finanzielle Mittel. Doch in allem Wandel bleibe der Auftrag, den Menschen in der Welt das Evangelium zu verkünden. „Du kannst auch unter anderen Bedingungen das Evangelium verkünden. Du bist richtig hier!“, so verwies er auf die Erfahrung der Pfarrerin im Ausland.
In ihrer ersten Predigt am neuen Wirkungsort bewunderte Grafe das außergewöhnliche Kirchengebäude: Die bunten Glasfenster, das bunte Parament am Altar. „Da geht mir das Herz auf!“ Diese Kirche atme die Geschichte von mehr als 500 Jahren und habe immer Elemente der jeweiligen Zeit aufgenommen. Dort, wo bis zur Renovierung um 1970 die Kanzel stand, ist heute der auferstandene Christus zu sehen. Für Grafe ein sichtbares Zeichen: „Im Mittelpunkt unserer Predigt steht Jesus.“Â
Sie rief dazu auf, mutig das Evangelium weiterzugeben, so wie es Menschen hier schon seit über fünf Jahrhunderten getan haben. „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“, berief sie sich dabei auf 2. Timotheus 1,7. Kleine „Sitzengel“ aus Papier, die auf den Kirchenbänken verteilt waren, konnten die Gottesdienstbesucher anschließend mitnehmen. Sie erinnerten an die Botschaft: „Fürchte dich nicht, Gott schenkt dir den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“.
Wie viel internationales Flair die Pfarrerin mit ins fränkische Gochsheim gebracht hat, wurde gleich nach der Predigt deutlich: Gemeinsam mit Freunden ließ ihr aus Peru stammender Mann Juan Osorio lateinamerikanische Musik ertönen.
Nach einer kleinen Stärkung mit Sekt, Kaffee, Kuchen und Knabbereien folgten zahlreiche Grüße aus Gemeinde und Region. Edwin Hußlein, ehemals 3. Bürgermeister, überbrachte in Vertretung des verhinderten Ersten Bürgermeisters die Wünsche der politischen Gemeinde und erinnerte an die traditionell enge Zusammenarbeit von Rathaus und Pfarrhaus. Vertrauensmann Peter Krause freute sich, dass Grafe bereits beim Kirchweih- und Friedensfest auf die Menschen zugegangen war: „Besser kann man nicht anfangen!“ Für die Ökumene im Mainbogen begrüßten Pfarrerin Nadine Jung-Gleichmann und Pastoralreferent Michael Pfrang die neue Kollegin.Â
Auch die evangelische Kita und die Mit:Eltern-Initiative der Diakonie begrüßten die neue Pfarrerin. Hava Muhahedzada aus Afghanistan las dazu einen eigenen Text mit Gedanken vor, was „Heimat“ für sie bedeutet.
Landessynodale Renate Käser verbindet eine langjährige Freundschaft mit Christhild Grafe und ihrem Mann. Als Dekanatsmissionspfarrerin und Dekanatsmissionsbeauftragte hatten Grafe und Käser viele Jahre gemeinsam die Kontakte zu den Partnergemeinden in Rio de Janeiro gepflegt. Und Grafes internationale Biografie reicht noch weiter: Sie selbst wurde in Indien geboren, ihr Mann Juan Osorio stammt aus Peru. „Wir Christen sind eine weltumspannende Gemeinschaft!“, fasste Käser zusammen.Â
Das wurde auch beim Grußwort von Mona Lorenz deutlich, einer persönlichen Freundin aus der Gemeinde in Bogotá, in der Grafe gewirkt hatte – ebenfalls ein Zeichen für die weltweite Verbundenheit unter Christinnen und Christen.
Zum Schluss schloss sich ein Kreis: Für das Pfarrkapitel hieß Pfarrerin Hermine Wieker die alte und neue Kollegin herzlich willkommen. Dabei hatten sich die Rollen gegenüber Wiekers eigener Einführung umgekehrt: Damals hatte Christhild Grafe als stellvertretende Seniorin die neue Kollegin begrüßt. Nun konnte Wieker Grafe willkommen heißen. „Das Pfarrkapitel hat sich verändert, aber alle Kolleginnen und Kollegen freuen sich auf dich!“ schloss sie.
Viele blieben noch lange in der Kirche, um alte Bekanntschaften aufzufrischen oder erstmals mit der neuen Pfarrerin ins Gespräch zu kommen. Nach neun Jahren in Bogotá sind Christhild Grafe und Juan Osorio wieder im Dekanat Schweinfurt angekommen. Und zugleich bringen sie ein Stück der weltweiten Verbundenheit mit, die in diesem Gottesdienst in Gochsheim spürbar wurde.














































