PRSSESCHAU: Ein "Tag der unverhofften Freundlichkeit"

Pfarrer Heiko Kuschel veranstaltet Aktionstag für mehr Nettigkeit im echten und virtuellen Leben

Bild des Benutzers Siegfried Bergler
Citypfarrer Heiko Kuschel (Foto: Bergler)

Schweinfurt, Di. 11.April 2017. Hasskommentatoren im Netz, grußlose Stoffel im Bus und egoistische Rüpel: Pfarrer Heiko Kuschel ist genervt von der alltäglichen Unfreundlichkeit, die ihm begegnet. Dagegen will er etwas tun – und hat den Dienstag, 11. April, zum Aktionstag ausgerufen. Am „Tag der unverhofften Freundlichkeit“ sollen Menschen einmal ganz bewusst darauf achten, wie sie mit anderen umgehen. Im realen Leben, aber auch im Internet.

2011 hat der evangelische Pfarrer schon einmal einen solchen Tag veranstaltet. „Damals hat mich schon einiges genervt und ich habe gesagt ,Lass uns etwas Schönes dagegen setzen‘“, erzählt Kuschel. Als nun neulich eine Anfrage von einem Kirchen-Internetblog zum Thema Freundlichkeit im Netz kam, erinnerte sich Kuschel wieder und beschloss kurzerhand, den Aktionstag erneut zu veranstalten.

Denn Kuschel findet, dass sich seit 2011 einiges verändert hat. Vor allem im Internet, etwa bei Facebook und Twitter, sei der Umgangston sehr rau geworden. „Ich glaube, dass das viel extremer geworden ist.“ Die Menschen hätten wohl das Gefühl, im Netz keine Rechenschaft für ihr Handeln ablegen zu müssen. Kuschel spricht im Internet auch regelmäßig Leute an, die sich unflätig verhalten. „Dann war meistens alles nicht so gemeint“, erzählt der Pfarrer. Manchmal löschen die Leute ihre Einträge auch, weil sie sich ertappt fühlen.

Wie man teilnimmt, ist letztlich jedem selbst überlassen. Es geht um das Bewusstsein und darum, bewusst freundlich zu sein. Wer seine Erfahrungen im Internet teilen möchte, ist eingeladen, sein Posting mit dem Hashtag #tagderunverhofftenfreundlichkeit zu versehen. Kuschel selbst überlegt noch, was er am Dienstag machen kann. Denn: „Ich grüße den Busfahrer sowieso schon immer.“

(aus: Schweinfurter Tagblatt vom 11.4.2017, S. 25; Text: Nike Bodenbach; Foto: Bergler)