Von den Neandertalern lernen

Datum: 

17.03.2017

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Einen schönen guten Morgen, liebe Hörer,

kürzlich las ich in einer Zeitschrift einen Bericht über Shanidar. Shanidar liegt im heutigen Irak. In der Eiszeit lebten dort Neandertaler. Ihr Zuhause war eine Höhle. Ernährt haben sich diese Neandertaler von erjagtem Wild, von Insekten, Pilzen, Früchten und Wildgemüse, Eine Gruppe dieser Neandertaler hatte einen Behinderten in ihrer Mitte. Er konnte seinen rechten Arm nicht benutzen. Er war ihm oberhalb des Ellenbogens amputiert worden. Zum Lebensunterhalt der Gruppe konnte er so nicht mehr viel beitragen. Die anderen hatten ihn offensichtlich aufoperungsvoll gepflegt. Viele Jahre wurde er von ihnen mitgetragen. 40-jährig starb er durch einen Unfall dessen Ursache vermutlich ein Erdbeben war. Ahnungslos wurde er, am Feuer in einer Höhle sitzend, von herabstürzenden Steinen erschlagen. So fanden ihn Archäologen 46.000 Jahre später. Sie entdeckten auch, dass Angehörige seiner Gruppe seinen Leichnam an Ort und Stelle mit weiteren Geröllbrocken bestatteten und dann Blüten auf sein Grab gestreut hatten.

Ganz so primitiv wie wir uns die Urmenschen bisweilen vorstellen, waren sie dann wohl doch nicht. Wenn man bedenkt, wie oft auch heute noch bei uns die Lieblosigkeit regiert, dann könnte man sogar sagen: Von den Neandertalern heißt lieben lernen.

Ich wünsche ihnen einen wunderschönen Tag voller guter Begegnungen und Gespräche, einen Tag voller freundlicher Gesichter und netter Gesten.

Ihr

Pfarrer Stefan Stauch aus Sennfeld