Playmobil-Luther: Mit der Bibel in der Hand

Datum: 

14.03.2017

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Einen schönen guten Morgen, liebe Hörer,

2017 ist das Jahr der Reformation. Martin Luther hat sie vor 500 Jahren in Gang gesetzt. In zahlreichen Veranstaltungen denken wir daran. An vielen Stellen ist er zu finden. Martin Luther. Auch in Spielwarenläden. Da gibt es ihn als Badeente oder als Spielzeugfigur. Ein fränkischer Spielwarenhersteller macht es möglich. Dort wo sonst Indianer, Polizisten und Prinzessinnen vom Band laufen, wird jetzt auch eine Lutherfigur hergestellt. Der kleine Luther ist gerade einmal siebeneinhalb Zentimeter groß. Ich weiß nicht, wie oft er mittlerweile verkauft wurde. Es dürften hundertausende Figuren sein. Kinder aber auch Erwachsene lieben diesen Spielzeug Luther. Auf meinem Schreibtisch da steht er auch. Eine Feder hält er in der einen Hand. In der anderen hält er eine Bibel. Das war sein Markenzeichen. Martin Luther war der erste, der die Bibel in normal verständliches Deutsch übersetzt hat. Jede und jeder sollte selbst in der Bibel lesen können. Jeder sollte sich selbst ein Bild machen von dem, was drin steht. Ungefiltert, unzensiert. Was steht da über Jesus drin? Wie wird über Gott geredet? Wieso haben Menschen schon in aller Zeit über soziale Ungerechtigkeit gewettert und das mit ihrem Glauben begründet? Was hat das alles mit meinem Leben heute zu tun? Luther hat damals vor 500 Jahren gemeint: Solchen Fragen sollte man selbst nachgehen können. Eben mit der Bibel in der Hand. Man kann sich so selbst eine Meinung bilden. Luther hat auf der Wartburg die Bibel ins Deutsche übersetzt. Ich sehe ihn da oben sitzen. Eine Bibel für alle Leute wollte er, in normalem Deutsch. „Dem Volk aufs Maul schauen.“, hat er das in seiner kräftigen Ausdrucksweise genannt. Nicht den Leuten nach dem Mund reden. Aber so reden, dass sie es verstehen können. Nicht über Köpfe hinweg. Ich schaue ihn an, diesen Spielzeug Luther auf meinem Schreibtisch. Er lädt mich, er lädt uns alle ein, die Bibel wieder einmal selbst in die Hand zu nehmen. Tun wir`s doch. Wir werden merken, welche Kostbarkeiten darin versteckt sind. Für uns, für heute.

Ihr

Pfarrer Stefan Stauch aus Sennfeld