Fürchte dich nicht!

"So spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" Jes 43,1

Alles geht so schön schnell und bequem. Ein Klick hier, ein Klick da, eine kleine Seite tut sich auf dem Bildschirm auf, und ich kann meine Einkaufsliste, meine Wünsche, meine Anregungen, meine Gedanken los werden. Und es funktioniert – das Einkaufen, sich Informieren, Kontakte knüpfen, Gespräche führen via WWW, Email, whatsapp & Co.

Auch seine Kritik kann man auf diese Weise äußern: Ein „Like“ hier, ein Kommentar dort.

Dabei braucht man sich nicht verstecken. Man kann seine Meinung anonym äußern und so das Kind beim Namen nennen.

Manchmal entwickelt sich daraus etwas Größeres. Wenn einer anfängt mit seiner Kritik und weitere aufspringen. Wenn eine Äußerung die nächste auslöst, bis schließlich ein Sturm losbricht. Statt dem gut gemeinten Kommentar kommt es dann schnell zu Hass erfüllten Beleidigungen.

Logisch. Solange man selber nicht mit seinem Namen für das, was man sagt und tut, gerade stehen muss, kann man mutig sein und gefahrlos die Sau raus lassen. Wenn keiner weiß, wer ich bin, dann nehm` ich mir die Freiheit heraus, zu tun und zu lassen, was ich will. Keiner zieht mich zur Verantwortung - keine Strafe, keine Konsequenzen. Dementsprechend hartherzig und brutal geht es im Netz manchmal bei der sog. Meinungsäußerung zu.

Aber ist das wirklich eine freie Meinungsäußerung? Ist das wirklich ernst gemeinte Kritik an etwas, was man besser machen könnte? Oft steckt doch hinter der Freiheit des ein oder anderen kritischen Wortes weniger sachliche Kritik als vielmehr das Gefühl, nicht gehört, nicht gesehen zu werden. Da passieren Dinge in der Welt, die ich nicht steuern, nicht verändern, nicht einmal begreifen kann. Und ich fühle mich hilflos in meiner Angst, dass keiner meine Bedenken und meine Anfragen sieht, die ich an die eine oder andere aktuelle Entwicklung habe.

„Fürchte dich nicht“, sagt uns Gott. - Du wirst von mir gehört und gesehen. Deine Erlösung ist bei mir schon beschlossen. Ich habe dich beim Namen gerufen: im Gegensatz zu anonymen Kommentatoren weiß ich ganz genau, wer du bist. Ich kann das Kind beim Namen nennen. Bei dir und bei denjenigen, vor denen du dich fürchtest. Ich kenne deine Ängste, dein unerfülltes Bedürfnis nach Sicherheit. Und du bist und bleibst – ohne, dass du die Sau raus lassen musst – in meiner Hand. „Du bist mein!“ Von diesen Worten geht Gewissheit und Sicherheit aus. Einst für das Volk Israel in der Babylonischen Gefangenschaft, heute bei der Taufe, wo dieses Wort jeden Täufling zugesprochen wird. Es ist Gottes Zusage an uns Christen, die uns von der Angst vor dem Ungewissen nimmt und uns dadurch stark macht.

Denn echte Freiheit kann es nur dort geben, wo es starke, freie Menschen gibt, die keine hilflosen Sklaven ihrer Ängste sind. Wer einen Namen hat, hat die innere Freiheit einer eigenen Meinung. Der hat Gott und braucht sich nicht anonym einer namenlosen Masse beim Dreckschleudern anzuschließen.

Bleiben Sie behütet.

Alles Gute und Gottes Segen

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