Andacht in den Seniorenheimen

Liebe Hörerinnen und Hörer,  liebe Leserinnen und Leser, 

Es sind angespannten, anstrengenden Zeiten, ein Ausnahmezustand.
Wie kommen wir mit den Ausgangsbeschränkungen nun zurecht?

Ich denke heute besonders an die Menschen, die auf ständige Hilfe von anderen Menschen angewiesen sind.
An die Menschen zu Hause, die von den Sozialstationen betreut werden.
An die Menschen, die in den über 30 Altenpflegeheimen in unserem Dekanatsbezirk leben.

Persönliche Kontakte brechen weg von Menschen, die normalerweise besuchen.
Zu Töchtern und Söhnen.
Zu den Enkeln und Menschen, die wichtig sind.

Aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflegedienste und in den Pflegeheimen sind für Sie da.
Vielleicht vertiefen sich da auch so manchen Kontakte zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Vielleicht erfahren es Menschen auch so:
„Führst du uns durch rauhe Wege, gibst uns doch die nöt‘ge Pflege.
Das sind Worte aus dem alten Kirchenlied „Jesu, geh voran“
(Evangelisches Gesangbuch 391, vielleicht mögen Sie es nachher singen)

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind und bleiben da.
Arbeiten mit all Ihrer Kraft und Ideen für die Menschen, die ihnen anvertraut sind.

Uns allen wird bewusst:
unser Leben ist auch immer gefährdet und verwundbar.

Was kann uns da helfen?
Was kann uns tragen?

Sorgen und Angst dürfen wir auch aussprechen.
Anderen mitteilen.
Sagen, was ist mein Sorge, meine Angst.

Überlegen:
was mache ich mit meiner Sorge, meiner Angst.
Hat sie einen ganzen konkreten Grund?

Ist es einfach mein Gefühl, das mich umtreibt?
Auch das hat sein recht.

Ich weiß von den Gesprächen:
Viele  Menschen haben schon tiefe Krisen in Ihrem Leben durchstehen müssen.
Sorge um Geld.
Entbehrungen.
Lebensangst.
Abschiede von geliebten Menschen.

In all diesen tiefen Krisen haben wir es auch gelernt, Krisen durchzustehen.

Haben eine innere Haltung gefunden, mit den Wunden, die geschlagen wurden, zu leben.
Menschen haben Wege und innere Einstellungen gefunden, die getragen haben. 
Oft geschah das unbewusst.

Aber wir können uns darauf verlassen:
Was getragen hat, die Gaben und Fähigkeiten, die wir einmal entwickelt haben, mit schwerem umzugehen, sind immer noch in uns und können uns nun auch tragen.

Manche haben einen tragfähigen Boden ihrem Glauben an Gott gefunden.
Im Beten.
Im Klagen.
Im Singen.
Im hören auf biblische Geschichten.

Dazu zwei Gedanken:

Martin Luther erlebte Seuchen in seinem Leben.
Er machte die Erfahrung:
Menschen, die gesund waren und genug finanzielle Mittel flohen aus den Städten.
Die Kranken und Bedürftigen ließen sie zurück. 
Martin Luther war damit nicht einverstanden. 
Er blieb und er schrieb: 
„Wo aber mein Nächster meiner bedarf, will ich weder Orte noch Personen meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen." 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflegedienste und in den Pflegeheimen gehen nicht.
Sie gehen zu den Menschen, die Unterstützung brauchen und helfen.
Auch die, die Sie jetzt nicht besuchen können, sind in Gedanken bei ihnen.

Ein zweiter Gedanke:
Die Bibel erzählt im Lukasevangelium:
Im Garten Gethsemane ringt und kämpft Jesus mit seiner Angst und Verzweiflung. 
Der Himmel scheint verschlossen über ihm. 
Gott scheint seine Hand und seinen Schutzengel abgezogen.
Aber so erzählt die Bibel: 
„Es erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn!“ 
(Lk 22, 39ff)  
Für uns kann das bedeuten: 
Auch der Garten Gethsemane ist kein gottverlassener Ort.

Auch nicht unser Leben heute.

So wünsche ich Ihnen von Herzen:
Seien Sie wohl behütet und wohl behalten.
Gott schenke Ihnen Lebenskraft und Engel die Ihre Herzen und Seelen stärken.

Bild von Sabine van Erp auf Pixabay

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