Aktuell 2012
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Sorge um PosaunenchornachwuchsDekanat Schweinfurt startet PilotprojektDie acht Neuen mit ihrer "Lehrerin" Michaela Weißenberger (r.); im Hintergrund (v.l.) Posaunenchorleiter Rainer Müller u. Anne Kupfer sowie die Obfrau des Bezirksposaunenchors Marion Beck-Winkler und dessen Leiterin Andrea Balzer |
Schweinfurt, Sa., 21. Jan. 2012. Im Martin-Luther-Haus begann ein vom evangelischen Dekanat Schweinfurt mit 2000 Euro jährlich gefördertes Pilotprojekt: die qualifizierte Nachwuchsausbildung für die zwölf evangelischen Posaunenchöre im Dekanatsbezirk.
Denn es sind zu wenige Interessierte, um in jedem Posaunenchor vor Ort eine solche Förderung durchführen zu können. Daher nun dieses zentrale Angebot mit halbjährlichen Intensivkurs-Blöcken. „Sonst sterben wir aus“, bekundete Bezirksposaunenchor-Obfrau Marion Beck-Winkler.
Angefangen haben sieben Jungen und ein Mädchen im Alter zwischen acht und 14 Jahren. Sie kommen aus Niederwerrn, Gochsheim und Poppenlauer und treffen sich monatlich einmal an einem Samstagvormittag im Schweinfurter St. Johannis-Gemeindehaus unter professioneller Leitung: Die in Elementarer Musikpädagogik an der Hochschule für Musik in Würzburg ausgebildete Diplommusiklehrerin Michaela Weißenberger / Theilheim, zudem seit dem Alter von 12 Jahren selbst begeisterte Posaunistin, unterrichtet die jungen Bläser.
Beim ersten Treffen standen gymnastische Übungen und Fingerfertigkeiten auf dem Programm, darüber hinaus Notenlehre und erste Versuche eines Zusammenspiels. Auch kam der Spaß am Musizieren nicht zu kurz.
Aufmerksame Gäste waren die Leiterin des evangelischen Bezirksposaunenchores, Kantorin Andrea Balzer, sowie die Posaunenchorleiter Rainer Müller aus Poppenlauer und Anne Kupfer aus Niederwerrn. Reich mit Arbeitsmaterial für die kommenden vier Wochen ausgestattet, traten die Neulinge mittags den Heimweg an.
Natürlich würde sich die Kleingruppe über weitere Verstärkung aus den Gemeinden freuen. Wer Interesse hat, ein Blechinstrument zu erlernen, wende sich an Marion Beck-Winkler in Obereisenheim (Zehntgasse 3, Tel. 09386/489).
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Probenszene: Selbst Kantorin Andrea Balzer machte eifrig mit |
Es gab auch einen theoretischen Teil zum Zuhören mit Erklärungen von Michaela Weißenberger (r.) |
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Die Mischung stimmt: Kirche und Presse in offenem Austausch
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Dekan Oliver Bruckmann u. Chefredakteur Karl-Heinz Körblein bei der Mahlzeit, gespickt voller (z.T. Hintergrund-)Infos |
Schweinfurt, 16. Januar 2012. Zu den ersten Dekanspflichten in jedem neuen Jahr gehört das Pressegespräch inklusive Arbeitsessen mit Vertretern der örtlichen Mainpost-Redaktion. Dekan Oliver Bruckmann dankte zuallererst dem Redaktionsleiter des Schweinfurter Tagblattes, Karl-Heinz Körblein, ausdrücklich „für eine faire und kritische Berichterstattung, für zeitnahe und kurzfristige Veranstaltungshinweise sowie für eine freundliche Zusammenarbeit.“ Die Mischung stimme.
Sodann schnitt Bruckmann stichwortartig die für 2012 wichtigen Punkte an:
- die Kirchenvorstandswahlen am 21. Oktober und die bis dahin nicht für jede Gemeinde leichte Kandidierendenfindung
- die Verlegung der Sakristeibibliothek von St. Johannis mit sage und schreibe 80 Büchermetern ins Museum Otto Schäfer, um sie dort öffentlich zugänglich zu machen
- der Abschluss des Umbaus der Evang. Fachakademie für Sozialpädagogik bis zum neuen Schuljahr
- die Wiederherstellung des ältesten und deshalb unter ganz besonderem Denkmalschtz stehenden Pfarrhauses von ganz Bayern in Zell
- der Neubau des Kirchengemeindeamtes und der Umzug von Diensten und Werken, u.a. des EBW, kda und der Evangelischen Jugend, ins Untergeschoss des Evangelischen Gemeindehauses
- der Aufbau eines Förderkreises für den A-capella-Mädchenchor junge stimmen schweinfurt, nachdem 2011 ein Trägerverein gegründet wurde. Die jungen Damen werden übrigens in diesem Jahr in Schweinfurts französischer Partnerstadt Châteaudun gastieren.
- die Planung einer festen ökumenischen Veranstaltung (Gedenkgottesdienst o.ä.) unter dem Stichwort „Erinnerungskultur“ am Mahnmal für die ehemaligen Zwangsarbeiter in Schweinfurt-Oberndorf
- die Wanderausstellung „Wir lebten in einer Oase des Friedens“ samt Begleitprogramm in St. Johannis vom 29. Febr. bis zum 18. März
- eine weitere Andreas-Kuhnlein-Skulpturenausstellung (s. Archiv 2011/II, Nr. 3) im Rahmen der Osterklänge ab dem 3. März in Bad Kissingen
Mit Zufriedenheit konnte der Dekan feststellen, dass derzeit nur eine Pfarrstelle – bei immerhin 27 - vakant ist: Schweinfurt-St. Johannis III (zusammen mit St. Salvator). Erleichtert zeigte er sich auch über den deutlichen Rückgang der Kirchenaustritte 2011 gegenüber dem Vorjahr. Eine detaillierte, dekanatsweite Untersuchung über Kirchenmitgliederbindung samt Befragung und Evaluation stehe an.
Sorge bereitet dem Dekan jedoch die Vakanz der beiden hauptamtlichen Dekanatsjugendreferenten-Stellen seit Sept. letzten Jahres. Von daher könnten heuer nur wenige zentrale Angebote, jedoch keine Sommerfreizeitmaßnahmen – abgesehen von denen des CVJM – gemacht werden. Mit den Jugendlichen gingen natürlich auch Familien der Kirche verloren.
Vorausblickend auf das Lutherjahr 2017 (Thesenanschlag 1517!) vermerkte der Dekan, dass dieses in Schweinfurt zusammen mit dem 475. Jubiläum der Einführung der Reformation (1542) in größerem Rahmen, u.a. begleitet von einer Ausstellung in der Kunsthalle, begangen werde.
Alles in allem eine kurzweilige Informationsstunde, die den Kurs des Dekanates und die Handschrift des Dekans recht deutlich machte.
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Gottesdienst am ersten Ruhestandstag
Verabschiedung von Pfr. Helmut Raßdörfer
Niederwerrn, 1. Jan. 2012. Ungewöhnlich, dass der berufliche Werdegang des Pfarrers einigen Gemeindegliedern erst bei seinem Abschied so richtig bekannt wurde. Dekan Oliver Bruckmann hatte dafür eigens die Personalakte von Helmut Raßdörfer, dem dienstältesten Pfarrer des Dekanates (65), gewälzt. Zunächst wollte Raßdörfer Diakon werden, ließ sich aber dann zum Industriekaufmann bei Kugel-Fischer schulen. Nach 13 Jahren habe er also "gewusst, wo die Leute der Schuh drückt", und sei als "Spätberufener" in Neuendettelsau zum Pfarrverwalter ausgebildet worden, um 1981 in Dörflis nahe Königsberg i.B. (DB Rügheim) seinen Probedienst anzutreten. 11 Jahre später, Sept. 1992, immer noch in Dörflis, kam endlich (?) seine Berufung ins Pfarrdienstverhältnis. Von Herbst 1993 bis 2007 bekleidete er die Pfarrstelle an der Kreuzkirche Schweinfurt-Oberndorf, seit März 2007 die halbe Pfarrvikariatsstelle in Niederwerrn. Der Dekan präsentierte Raßdörfers berufliche Vita deswegen, um den biographischen Hintergrund der "freundlichen, dem Menschen zugewandten Art" des beliebten "Pfarrers mit Leib und Seele" zu verdeutlichen. Leider sei dies auf Kosten seiner Gesundheit gegangen, - deshalb der reduzierte Diensteinsatz in den letzten Jahren.
Nun bereiteten ihm gemeindliche Anhänger aus sämtlichen drei Wirkstätten einen festlichen Abschied im übervollen "Martin-Luther"-Gemeindezentrum von Niederwerrn und beklatschten seine (vorläufig) letzte Predigt. Ihr lag ein Text aus dem Josuabch (Kap. 1) zugrunde mit dem "Kehrreim": "Sei getrost und unverzagt!", und Pfr. Raßdörfer legte noch einmal ein bewegendes, missionarisches Glaubenszeugnis ab: Dies sei ein tröstliches, ermutigendes Wort zu Beginn des neuen Jahres. Weil Gott sich nicht verändere, könnten auch wir heute sein Handeln für unser Leben und unsere Gemeinde wie Josua einst vor gut 3000 Jahren erfahren. Doch stünden Gottes Zusagen unter der Bedingung, dass wir die Gebote, also seine Anweisungen für ein gelingendes Leben, und die Treue zu seinem Wort halten. "Lasst uns doch das Buch der Bibel nicht aus den Augen verlieren", so Raßdörfers eindrücklicher Appell: "Wir brauchen die geistige Nahrungsaufnahme genauso dringend wie das tägliche Brot." Auch die Erinnerungen an unsere bisherigen Glaubenserfahrungen gelte es mit ins noch unbekannte Jahr zu nehmen. Und er schloss mit dem tröstlichen Wort: "Im Herzen eines Taifuns kann ein Kind gut schlafen", will sagen: Wir sollen vordringen zur Mitte des Lebens, "nämlich zum Herzen Gottes, das er uns in Jesus Christus gezeigt hat."
"Das Jahr geht gut los mit einer Verabschiedung", meinte anschließend süffisant der Dekan, als er den Pfarrer offiziell von all seinen dienstlichen Aufgaben entpflichtete, segnete und ihm und seiner Frau Evi für die geleistete Arbeit dankte. Zugleich händigte er Pfr. Edson Schumacher eine Urkunde seitens der Landeskirche aus, die dessen Dienstauftrag in Niederwerrn um einen weiteren 25%-Stellenanteil aufstockt mit der allgemeinkirchlichen Aufgabe der Vertretung des nunmehr dauervakanten Pfarrvikariates.
Den Grußwortreigen eröffnete Niederwerrns Bürgermeister Peter Seifert, der sowohl Pfr. Raßdörfer für seinen dritten Lebensabschnitt als auch Pfr. Schumacher für seine Mehrarbeit alles Gute wünschte. Senior Pfr. Dr. Wolfgang Weich samt stellvertretender Seniorin Pfrin. Christhild Grafe, zudem Nachfolgerin Raßdörfers in Oberndorf, gratulierten im Namen des Pfarrkapitels zum Ruhestand; Pfrin. Grafe überreichte ihm Nüsse aus ihrem, also seinem ehemaligen Pfarrgarten. Landessynodalin Renate Käser bezog Hermann Hesses Gedicht "Stufen" auf die neue Lebensstufe Raßdörfers und erinnerte an den betagten Vater Abraham, der Gottes Segen für einen neuen Lebensabschnitt erhielt. In Vertretung des kath. Pfarrers Stefan Kömm dankte eine Vertreterin der Pfarreiengemeinschaft Niederwerrn-Oberwerrn dem scheidenden Pfarrer für seinen Einsatz fürs Evangelium und überreichte ihm ein Ruhekissen. Mit einer Laterne für den Zugang zu seinem Ruhestandshaus in Poppenhausen leuchtete sozusagen KV-Vorsitzende Doris Englisch ihrem Pfr. Raßdörfer mit Dank für so manche Vakanzvertretung heim.
Nach dem Auszug der Geistlichkeit unter fulminanten Orgel- und Posanenchorklängen schloss sich der obligatorische Stehempfang an.