Werneck
Gemeindeglieder: 1.013 (2010)
inkl. der Außenorte Eckartshausen, Egenhausen, Eßleben, Ettleben, Hergolshausen, Mühlhausen, Rundelshausen, Schleerieth, Schnackenwerth, Schraudenbach, Stettbach, Theilheim, Vasbühl, Waigolshausen, Zeuzleben
Adresse:
Balthasar-Neumann-Straße 23
97440 Werneck
Tel. 09722/7440
Fax: 09722/940317
E-Mail: pfarramt.werneck@elkb.de
INTERNET: http://www.kirchen-werneck.de
Pfarrer:
Friedrich Lösch (mit Frau Sabine)
E-Mail: loesch.friedrich@t-online.de
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Predigen an gediegener Stätte: Schloss Werneck,
von Balthasar Neumann errichtet (1733-1745)
oben links: Schlossfront; rechts: Eingang zur Schlosskirche
unten: barocker Altar und Kanzel
Aus der Presse: Genau 262 Jahre ist der Pavillon alt, der die Schlosskapelle beherbergt. Nach dessen Fertigstellung im Jahr 1744 schuf Antonio Bossi, Hofstukkateur des Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn, zahlreiche Stuckornamente für Wände und Gewölbe, darunter, passend zum Kirchennamen "Heiliger Schutzengel", viele Engel.
Die gut zweieinhalb Jahrhunderte sind an Engeln und Kirchlein, das in den Bau des Orthopädischen Krankenhauses integriert ist, nicht spurlos vorüber gegangen. ... Am 4. Spetember [2006] schließt die Kapelle bis voraussichtlich Ende November ihre Pforte, in dieser Zeit haben nur die Handwerker Zutritt. Der Kerzenruß hat die weißen Wände und Decken verdreckt, vereinzelt ist Putz abgeplatzt, eventuell muss auch der Stuck ausgebessert werden. ... Der Pavillon nimmt einschließlich Kuppel immerhin drei Stockwerke - die gesamte Höhe der Schlossanlage - ein. ...
Zudem wird die Mikrofonanlage verbessert und das Geläute saniert. Die historische Glocke hat durch die mechanische Beanspruchung einen Sprung und muss geschweißt werden. Steuerung und Antrieb der drei Glocken werden erneuert, ebenso der Glockenstuhl und die hölzernen Schallläden. Die angesetzten Kosten belaufen sich auf rund 115000 Euro. (Schweinfurter Tagblatt, 23.08.2006, S. 28)
Weiteres aus der Presse: Glocken für den Turm ohne Kirche
Ein Glockenturm gehört an eine Kirche - normalerweise. In Werneck ist das anders. Denn dort hat auch das evangelische Pfarrhaus ein eigenes Geläut, ein echtes Unikat. Seit 2003, nach 100 Jahren Dienst, waren die beiden Stahlglocken nicht mehr zu gebrauchen. Fachleute hatten Risse im Metall festgestellt. Am Dienstag [10.10.06] bauten Monteure die schwere Last aus, um Platz für die neuen Glocken zu schaffen.
"Die sind aus Kupfer und werden sicher länger halten als der Turm", sagt Pfarrer Friedrich Lösch. Zwingend notwendig sind die Glocken eigentlich nicht mehr. Dennoch hatte sich der Pfarrgemeinderat vor drei Jahren, das war noch vor Löschs Amtsantritt, für einen Austausch entschieden - gerade weil das Geläut in einem Pfarrhause so ungewöhnlich ist. Auslöser war vor über 100 Jahren die damals noch wesentlich größere Uneinigkeit von Katholiken und Protestanten.
Wernecks evangelische Gemeinde feierte damals wie heute ihre Gottesdienste in der katholischen Schlosskirche, die inzwischen vom Bezirk Unterfranken verwaltet wird. Doch vor 100 Jahren war es in Unterfranken noch üblich, "dass das katholische Pfarramt die Glocken der Ortskirche beharrlich verweigert." ... Die evangelischen Christen wurden bis dahin nicht mit von Glocken zum Gottesdienst gerufen und auch "ihre teuren Toten mußten sie ohne Geläute zu Grabe tragen".
1896 hatten die Verantwortlichen der kleinen protestantischen Gemeinde in Werneck einen evangelischen Verein zum "festeren Zusammenschluss" ihrer Glaubensbrüder gegründet. Dieser erwarb das Anwesen in der Balthasar-Neumann-Straße, baute es zu einem Gemeindehaus um und begann schon kurze Zeit später mit dem Bau des Glockenturms. Am Kilianitag 1903 wurde er geweiht. Mit seiner Helmspitze passt er zu seinen "großen Brüdern" an der Schlosskirche. ...
Die neuen kupfernen Glocken gibt es bereits. Sie wurden im Sommer in der Glockengießerei Mark in Brockscheid in der Eifel gegossen. 327 Kilogramm wiegt die größere, 201 Kilogramm die kleinere Glocke. In den kommenden Wochen werden sie eingebaut, am 29. Oktober eingeweiht.
"Das Geläut ist auf die anderen Glocken abgestimmt, so dass ein Konzert möglich ist", erklärt Pfarrer Friedrich Lösch. Konfessionsübergreifender Missklang ist damit auch musikalisch ausgeschlossen. Finanziert wird das Ganze übrigens rein über Spenden, 21 000 Euro werden die Glocken mit allem Drum und Dran kosten, erklärt Lösch. Das sind etwa 1500 Euro mehr, als eigentlich vorgesehen waren, "aber die Glocken werden jeweils nach den aktuellen Tagespreisen für das Metall berechnet." Und die tendieren zur Zeit eben nach oben.
(Schweinfurt Tagblatt vom 11.10.06, S. 32; Bericht von Stefan Dietzer)
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Kirche oder Pfarrhaus? Antwort: das Pfarrhaus von Werneck, aber mit dem Luxus eines Glockenturms |
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Pfarrhaus oder Schloss? Antwort: das Schloss von Werneck (Rückansicht vom Schlosspark aus) |
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Weitere Informationen, s. Bericht zur Dekansvisitation in Werneck (12/2011)